Pressemitteilungen
Der Atmosphäre CO2 entziehen
Großes Potenzial für negative CO2-Emissionen durch Kombination von Biomassenutzung und CO2-Abscheidung und -Speicherung
Utrecht/Cheltenham, 03. August 2011 - Die Kombination von Biomassenutzung und CO2–Abscheidung und -Speicherung (CCS) könnte bis zum Jahr 2050 zu zehn Gigatonnen negativer CO2-Emissionen pro Jahr führen. Dies ist das Hauptergebnis einer Studie, die das Beratungsunternehmen Ecofys im Auftrag des IEA Treibhausgas-Forschungsprogramms (GHG) durchgeführt hat. Im Vergleich zu den knapp 31 Gigatonnen CO2, die im Jahr 2010 weltweit durch Energiegewinnung erzeugt wurden, bedeutet das ein enormes CO2–Einsparpotenzial.
Die Nutzung von Biomasse zur Stromerzeugung oder Biotreibstoffherstellung und die anschließende Abscheidung und Speicherung von CO2 aus diesen Quellen – kurz Bio- CCS – führt zu einer negativen Treibhausgasbilanz. „Diese Kombination entzieht der Atmosphäre tatsächlich CO2“, sagt Joris Koornneef von Ecofys. „Die Biomasse entzieht der Atmosphäre durch Photosynthese CO2, und durch CCS wird das CO2 gespeichert, das durch die energetische Umwandlung frei geworden ist.”
Die Studie ermittelt das weltweite Potenzial für nachhaltig erzeugte Biomasse und für CO2-Speicherung. „Eine Voraussetzung ist die nachhaltige Erzeugung von Biomasse”, so Koornneef. „In den meisten Regionen dürfte nicht das Potenzial zur CO2-Speicherung, sondern die nachhaltige Erzeugung von Biomasse der begrenzende Faktor sein. Weltweit betrachtet ist allerdings ausreichend nachhaltig gewonnene Biomasse verfügbar, um negative Emissionen zu ermöglichen.”
Ecofys hat sechs erfolgversprechende Technologien in den Bereichen Energie und Transport benannt, darunter Biomassevergasung und -verbrennung für die Stromerzeugung sowie Bioethanol- und Biodieselherstellung. Werden nur die technischen Einschränkungen berücksichtigt, liegt das maximale jährliche Potenzial
bei ungefähr zehn Gigatonnen negativer Emissionen in der Stromwirtschaft beziehungsweise sechs Gigatonnen bei der Biotreibstoffherstellung. Kurzfristig ist die Bioethanolherstellung die aussichtsreichste Option, da hierbei relativ geringe Kosten für die CO2-Abscheidung entstehen.
Derzeit ist der Mangel an deutlichen wirtschaftlichen Anreizen das Haupthindernis, um CO2 bei der Biomassenutzung zu speichern und damit negative Emissionsbilanzen zu erreichen. Ohne solche Anreize bleibt das enorme Potenzial für negative Emissionen ungenutzt. Ein nächster sinnvoller Schritt sollte eine detailliertere Betrachtung der aussichtsreichsten Regionen beinhalten, in denen nachhaltige Biomasseproduktion und -umwandlung mit CCS kombiniert werden kann.
Zeichenzahl inklusive Leerzeichen: 2.639
Der vollständige Bericht kann beim IEAGHG angefordert werden. Bitte kontaktieren Sie Toby Aiken, Communications and Dissemination Manager.
T: +44(0)1242 680753
F: +44(0)1242 680758
E: toby.aiken@ieaghg.org
Hintergrundinformationen
Ziel der Studie ist, eine erste Einschätzung des Potenzials für kombinierte Biomasse- und CCS-Technologien (BE-CCS) bis zum Jahr 2050 zu liefern, mit einem zusätzlichen Schwerpunkt auf der mittelfristigen Machbarkeit (d.h. 2020 bis 2030). Es wird unterschieden zwischen dem technischen Potenzial (dem Potenzial, das technisch möglich ist, unabhängig von wirtschaftlichen Zwängen), dem machbaren Potenzial (dem Potenzial, das technisch machbar ist und den zukünftigen Energiebedarf sowie Szenarien zum Abbau bestehender Erzeugerkapazitäten berücksichtigt) und dem wirtschaftlichen Potenzial (dem Potenzial zu wettbewerbsfähigen Kosten im Vergleich zu Alternativen). In manchen Fällen sind die Unterschiede zwischen diesen Potenzialen groß, weshalb es unbedingt erforderlich ist, diese Unterschiede zu verstehen, bevor man die beschriebenen Technologien anwendet. Zusätzlich zu den mengenmäßigen Schätzungen dieser Potenziale in Form von regionalen und globalen Versorgungskurven werden Empfehlungen gegeben, wie man mögliche Hindernisse überwinden und verbesserte Anreize schaffen kann, um die Einführung von Bio-CCS-Technologien voranzutreiben.
Im Hinblick auf das machbare Potenzial liegen die negativen CO2-Emissionen zwischen 0,3 und 2,3 Gigatonnen CO2-Äquivalent/Jahr im Jahr 2030 und zwischen 0,8 und 3,2 Gigatonnen CO2-Äquivalent/Jahr im Jahr 2050.
Das wirtschaftliche Potenzial der Bio-CCS-Technologien, das in etwa mit Technologien fossiler Energieträger vergleichbar ist, führt zu negativen Emissionen von entweder bis zu 3,5 Gigatonnen im Energiesektor oder 3,1 Gigatonnen im Biotreibstoffsektor.
Schätzungen des wirtschaftlichen Potenzials sind in hohem Maße abhängig von Annahmen zu den Preisen für CO2-Zertifikate und Biomasseerzeugung. Ecofys ermittelt zudem wichtige Anreize und Hindernisse, die den Einsatz dieser Technologien beeinflussen.
Hinweise für Redaktionen:
Über Ecoyfs - www.ecofys.de
Ecofys ist ein internationales Beratungsunternehmen im Bereich Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimawandel. Ecofys bietet Dienstleistungen von der Forschung über die Produktentwicklung bis hin zum Implementierungsmanagement. Zu den Kunden von Ecofys zählen Unternehmen, Regierungsinstitutionen, Behörden und NGOs sowie Finanzdienstleister. Ecofys wurde 1984 von Angehörigen der Universität Utrecht gegründet und beschäftigt heute rund 220 Mitarbeiter.
Ansprechpartner für die Presse:
Yvonne Kettmann
Press Office
Ecofys
Am Wassermann 36
50829 Cologne
T: +49 (0)221 27070-110
E: press@ecofys.com
Über IEAGHG - www.ieaghg.org
Das IEA Treibhausgas-Forschungsprogramm (IEAGHG) ist ein internationales Gemeinschaftsprogramm, das 1991 aufgrund eines Durchführungsabkommens der Internationalen Energiebehörde (IEA) eingerichtet wurde. IEAGHG untersucht und evaluiert Technologien, die Treibhausgas-Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe reduzieren können. Das Programm strebt an, seinen Mitgliedern belastbare Informationen darüber bereitzustellen, welche Rolle Technologien bei der Reduktion von Treibhausgas-Emissionen spielen können. IEAGHG ist eine gut informierte und unabhängige Quelle technischer Informationen zum Thema Treibhausgas-Reduktion.
Die Hauptaktivitäten des Programms sind:
Bewertung von Technologien zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen, Unterstützung bei der Anwendung möglicher Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen; Veröffentlichung von Daten und Untersuchungsergebnissen; Unterstützung internationaler Gemeinschaftsprojekte im Bereich Forschung, Entwicklung und Einsatz (R, D & D)
Ansprechpartner für die Presse:
Ameena Camps
T: +44 (0)1242 680753
E: Ameena.Camps@ieaghg.org
Bei Veröffentlichung freuen wir uns über Zusendung eines Belegexemplars an eine der genannten Adressen.





