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Sollten Erneuerbare Energien mit hoher Marktreife nach 2020 weiter gefördert werden?

Veröffentlicht: 10/05/2017

Die jüngste deutsche Ausschreibung für Offshore Windenergie, deren Gewinner ganz ohne Subventionen auskommen wollen, hat erneut die Frage aufgeworfen, ob Förderprogramme für Erneuerbare in Zukunft noch benötigt werden. Das aktuelle Auktionsergebnis lässt sich jedoch nicht auf alle Erneuerbare Energien übertragen. Trotz nahezu ausgereifter Onshore Wind- und Solartechnologien werden spezifische Finanzierungssysteme für Erneuerbare Energien auch nach 2020 noch von Vorteil sein. Zu diesem Schluss kommt ein aktueller Bericht, den Ecofys, Teil von Navigant Consulting, gemeinsam mit Fraunhofer ISI, CSIC, der TU Wien, CEPS und ECN erstellt hat. Im Rahmen des EU finanzierten Forschungsprojekts Towards2030-dialogue untersuchten die Experten, ob die direkte Förderung von Erneuerbaren Energien mit hoher Marktreife auch nach 2020 weitergeführt oder aufgegeben werden sollte.

Die Experten stellen fest, dass Förderinstrumente für Erneuerbare auch in Zukunft sinnvoll sind, um die Kosten der Energiewende zu senken, da sie das Investitionsrisiko für Erneuerbare mindern und gleichzeitig eine weitere Reduzierung der Technologiekosten ermöglichen. Diese Investitionsanreize lassen sich aktuell noch nicht durch den Emissionshandel und die Erlöse am Strommarkt erzielen, da sich diese Märkte im Umbruch befinden.

Der Bericht zeigt darüberhinaus, dass die Förderung von Erneuerbaren Energien in der aktuellen Situation nicht die Hauptursache für niedrige Preise auf den Strom- und C02-Märkten ist. Die Autoren empfehlen eine Kombination verschiedener Politikinstrumente, um das Überangebot auf diesen Märkten zu reduzieren. Dazu gehören unter anderem eine verbesserte Marktstabilitätsreserve für Emissionszertifikate und eine wettberbliche Volumensteuerung für die Förderung erneuerbarer Energien.