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Bundestag verabschiedet eine Reihe von Änderungen an Gesetzen zu Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien

Veröffentlicht: 30/06/2017

Als eine der letzten Maßnahmen vor der Sommerpause hat der Bundestag wichtige Änderungen am Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet. Ecofys, Teil von Navigant Consulting, unterstützte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bei der Vorbereitung der verschiedenen Rechtsakte:

  • KWK-Veordnung führt Ausschreibungen ein: Die neue Verodnung führt Ausschreibungen für KWK-Anlagen zwischen 1 und 50 MWel und für innovative KWK-Anlagen ein, die Wärme aus erneuerbaren Quellen erzeugen. Gemeinsam haben beide Ausschreibungen ein Volumen von 200 MW pro Jahr. Die erste Runde ist für den Herbst 2017 geplant.
  • Teile der Bürgerenergieregeln für Wind an Land werden 2018 ausgesetzt: Die umstrittene Regel, dass Bürgerenergieprojekte in der Ausschreibung keine BimschG-Genehmigung nachweisen müssen, gilt für die ersten beiden Auktionsrunden im Jahr 2018 nicht. Das erlaubt es, die Bürgerenergieregeln bis Mitte 2018 zu evaluieren und gegebenenfalls zu ändern.
  • Gemeinsame Ausschreibungen für PV und Wind an Land werden getestet: In einer Pilotausschreibung konkurrieren Wind- und PV-Anlagen um ein Volumen von 400 MW pro Jahr. Um unterschiedliche Systemintegrationskosten abzubilden, preist eine so genannte Verteilernetzkomponente Teile der erforderlichen Netzausbaukosten in die Gebote ein. Differenzierte Höchstpreise sollen helfen, das unterschiedliche Ressourcenpotenzial von Wind Onshore zu berücksichtigen. Die erste Ausschreibungsrunde findet 2018 statt.
  • Keine negativen Gebote in der Ausschreibung für Offshore-Wind: In der nächsten Ausschreibungsrunde im Mai 2018 wird der Mindestgebotspreis 0 Cent/kWh betragen. Die Regel stellt sicher, dass die Bieter keine Gebote zu negativen Preisen einreichen, was kein sinnvoller Wettbewerb wäre, da das deutsche Marktprämiensystem den Bietern ohnehin gestattet, ihre Strommarkteinnahmen unabhängig von ihrem Gebotspreis zu behalten. Wenn mehrere Bieter null Cent bieten, entscheidet das Gebotsvolumen oder das Los den Sieger. Da ein Losverfahren nicht im Interesse der Offshore-Industrie sein kann, werden zukünftig weitere Anpassung erforderlich sein,  um Ausschreibungen auch dann wettbewerbsfähig zu gestalten, wenn alle Bieter 0 Cent/kWh bieten.

Ecofys, Teil von Navigant Consulting, leitet das Konsortium, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bei der Gestaltung un Evaluierung der verschiedenen Ausschreibungssysteme für erneuerbaren Energien seit 2014 unterstützt. Zu dem Konsortium gehören außerdem ZSW, Takon, Consentec, Fraunhofer ISI, BBG und Partner sowie GÖRG. Ecofys unterstützte das BMWi auch bei der Gestaltung der KWK-Ausschreibungen.

Ecofys verfügt über umfassende Beratungskompetenz zu Energieauktionen und beriet bereits die deutsche Regierung, die Europäische Kommission, Dänemark, Luxemburg, den Nordic Council, IRENA, GIZ, USAID und verschiedene private Unternehmen. Unsere Erfahrung umfasst Ausschreibungen für erneuerbare Energien, KWK-Anlagen, Energieeffizienzmaßnahmen, Speicher und andere Technologien.